Konzert mit vielen Solisten
Erich Bangert Ehrenvorsitzender des Blasorchesters

Wenn ein Orchester sich für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert, liegt das nicht allein an der musikalischen Arbeit des Dirigenten, sondern basiert auch auf einer qualitativ hochwertigen Jugendarbeit, die für die entsprechende Besetzung des Orchesters sorgt. Einen Beweis dafür lieferte am vergangenen Samstag auch das Jugendblasorchester des Sinfonischen Blasorchesters der TSG Wixhausen, das die Eröffnung des Frühjahrskonzerts im Wixhäuser Bürgermeister-Pohl-Haus bestritt. Die Nachwuchsmusiker begannen mit „The Witch and the Saint“. Die Komposition von Steven Reineke basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ulrike Schweikert, der vom Schicksal eines Zwillingspärchens im Mittelalter erzählt. Die Jugendlichen werden sich mit diesem Stück am 24.5. beim 2. Landesmusikfest in Baunatal den Wertungsrichtern stellen. Tobias Wiedemann hätte vom Publikum beim anschließenden „Ein Männlein steht im Walde“ sicher die volle Punktzahl erhalten. Er zeigte, das man auch mit einer Tuba wunderbar filigrane Variationen spielen kann. Mit der bekannten Filmmelodie von „Winnetou“ verabschiedete sich das junge Ensemble.
Das große Orchester begann gleich mit dem modernsten Stück des Abends. In Anwesenheit des Komponisten Rolf Rudin führte Dirigent Rainer Laumann mit „Imperial Prelude“ eines der beiden Wertungsstücke auf, mit denen das Orchester beim Orchesterwettbewerb in Wuppertal an den Start gehen wird. Die Klänge überzeugten auch die anwesenden Sponsoren und Förderer der Deutschen Bank, Evonik-Röhm, GHV, Volksbank, Fraport, Winterdienst Andres, Fam. Boos vom Partyservice Rübezahl und der BB-Bank, deren Vertreter auch einen Scheck mitbrachten. Mit der „Carmen-Suite“, die von den vollbesetzten Rängen frenetischen Applaus erntete, ging es in die Pause.
Das zweite Prüfungsstück für Wuppertal führte den Abend mit einem neuen Höhepunkt fort. In der „Manhattan Symphony“ setzte der Komponist Serge Lancen seine Eindrücke einer Reise zum Big Apple in Musik um. Der fröhlich beschwingte Spaziergang im Central Park, der Blues des überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Stadtteils Harlem, das Verkehrsgetümmel am Broadway und das gewaltige Rockefeller-Building, das zu seiner Zeit das höchste Gebäude der Welt war – dank der hervorragenden Interpretation wurden die Gefühle Lancens in Wixhausen lebendig.
Auch die nächste Komposition blieb thematisch in Amerika. Mit „A Tribute to Lionel“ würdigt der belgische Komponist André Waignein den amerikanischen Bandleader Lionel Hampton. Dieser war nicht nur Schlagzeuger, sondern auch ein hervorragender Vibraphon-Virtuose. Maximilian Thumann brillierte in Wixhausen an diesem Instrument wie einst Hampton.
Mit einem Medley aus „A Chorus Line“ endete das offizielle Programm. Bevor jedoch die Zugaben „Copacabana“ und der bekannte Pop-Titel „La Pulce d´Acqua“ von Angelo Branduardi mit einem wundervollen Flötensolo von Alexandra Hill zu Gehör kamen, würdigte das Orchester noch einen Musiker aus den eigenen Reihen mit stehenden Ovationen.
Erich Bangert verabschiedete sich Anfang des Jahres mit seinem 70. Geburtstag aus dem aktiven Musikerleben. Er hatte das Orchester nach der Umstellung vom Spielmannszug auf Blasinstrumente mit aufgebaut, war über 30 Jahre im Vorstand der Abteilung tätig und hinterließ bei seinen Kollegen viele positive Eindrücke und Erinnerungen. Zum Dank wurde er zum ersten Ehrenvorsitzenden des Blasorchesters ernannt.
Im Jahr 2008 wird das Orchester unterstützt von der BB Bank, Darmstadt, der Deutschen Bank, Darmstadt, Evonik-Röhm, Darmstadt, der GHV, Darmstadt, der Volksbank Darmstadt, der Fraport, dem Winterdienst Andres, Darmstadt und der HEAG AG, Darmstadt.