Teuflisch brilliantes Konzert im Residenzschloss Darmstadt
Freitag, Januar 9th, 2009
Ein “Teufelstriller” für die LIO
Nur selten erleben man, wie routinierte Konzertbesucher und kleine Kinder gleichermaßen gebannt auf die Bühne starren, wenn eine Violinistin „Bartok“ spielt. Doch von Caroline Adomeit geht eine derartige Faszination aus, dass ihr das mühelos gelingt. Die junge Musikerin spielte am 04.01.2008 mit dem Pianisten Rochus Holewik das Neujahrs-Benefiz-Konzert für den Förderverein der Justus-Liebig-Schule e.V. im Residenzschloss zu Darmstadt. Als Programm hatte sie “Vom Teufelstriller bis zum Blues” angekündigt, das von Giuseppe Tartinis „Teufelstriller-Sonate“ in g-moll bis zum „Blues“ aus Maurice Ravels Sonate für Klavier und Violine führte.
Rasche Läufe
Gleich zu Beginn des Abends spielte Caroline Adomeit Tartinis “Teufelstriller-Sonate”, die der Komponist 1713 im Kloster von Assisi schrieb. Das Werk zählt zu den herausragenden Werken der barocken virtuosen Kammermusik und zieht auch heute noch das Publikum in seinen Bann. Mit dem zweiten Stück des Abends sprang Caroline Adomeit in die beginnende Moderne des 20. Jahrhunderts. In Maurice Ravels Sonate für Violine und Klavier bediente sie sich einiger Elemente aus dem Jazz und nahm die leicht schräg klingenden Dissonanzen der späteren Zwölftonmusik bewusst auf, um zu schmerzlichen Klangerlebnissen hinzuführen. Der Jubel der Zuhörer nach diesem schwierigen Stück war sicher auch der sensiblen musiktheoretischen Einführung durch den Pianisten Rochus Holewik zu verdanken.
Die Moderne
Nach der Pause folgte die Sonate für Violine solo von Béla Bartók, einem der bedeutendsten modernen und expressionistischen Komponisten. Ihre bestechend saubere Intonation war schon vorher aufgefallen. In den vier Sätzen aus der Bartok-Solosonate Sz 117 wirbelte sie mit hoher Präzision durch die komplexen Viertelton-Strukturen.
Technisch ist sie mit dem besten Rüstzeug ausgestattet, was auch im vierten Werk des Abends, Edvard Griegs Sonate für Violine und Klavier in c-moll, deutlich wurde. Mühelos gelangen ihr rasche Läufe und zahlreiche Spielarten und Kniffe für dieses Instrument. Mit dem populären Stück „It Ain’t Nessecarily So“ aus “Porgy und Bess” von George Gershwin als Zugabe beendete die Geigerin gemeinsam mit ihrem Pianisten ein spannungs- und abwechslungsreiches Konzert, das von hohem Tempo und größtem musikalischen Einfühlungsvermögen geprägt war. Caroline Adomeit, die derzeit bei Kolja Blacher in Hamburg studiert, lieferte damit eine erstaunlich reife Leistung ab und bildete mit ihrem Partner am Klavier ein meisterhaftes Duo. Für das Neujahrskonzert gab es ein raffiniert zusammengestelltes anspruchsvolles Programm von herausragender Qualität. Der Erlös aus diesem Konzert kommt der Instrumentalausstattung für das Klassenmusizieren an der Justus-Liebig-Schule in Darmstadt zu Gute.
Das Ergebnis
Mit rund 80 Besuchern war das Konzert trotz der Kürze der Vorbereitungszeit sehr gut besucht. Durch Sponsoring und private Spenden ist es möglich, dem Förderverein der Justus-Liebig-Schule (LIO) in Darmstadt einen Betrag von 805,00 € (der endgültige Betrag steht erst nach Bekanntwerden der GEMA Rechnung fest, Korrektur folgt) zur Verfügung zu stellen.
(von r.n.L.: OStR Wolfgang Germann, Caroline Adomeit, Rochus Holewik und Thomas Nolte vivadarmstadt.de)
Der Erlös der Cateringgruppe des Schülerkaffees der LIO beläuft sich auf zusätzlich (noch geschätzt, Korrektur folgt) rund 200,00 €, so dass durch diesem Abend der Schule über 1.000,00 € zu Gute kommen.
Herr Wolfgang Germann, Schulleiter der Justus-Liebig-Schule (LIO), bedankte sich persönlich bei Caroline Adomeit für den „wundervollen Abend“.